curt vom märz 2010

Von Timo Grasser

mono bar

Mit dem Heiko verbindet mich eine alte Fußball-Hassliebe, denn in den Jugendmannschaften unserer Provinzvereine hat man so manchen geschwollenen Knöchel ausgetauscht. Aber das ist lange her und mittlerweile verbinden uns drei andere Dinge noch viel mehr. Erstens das Bäuchlein vom Hang zu heimischen Bieren und Spirituosen, zweitens der Hang zur Nostalgie und drittens die Vorliebe für „ehrliche und handgearbeitete“ Musik alter Schule.
Nur logisch, dass wir da in der mono bar aufeinandertreffen, er in leitender Funktion hinterm Tresen, ich vorerst noch in leidender Funktion davor, leidend, weil ich mich bei den haufenweisen Bränden aus der Fränkischen nicht entscheiden kann und zu verdursten drohe. „Ganz einfach“ sagt Heiko „nimmst a ‚Tragerl´ und probierst Dich durch!“ er kredenzt mir also ein gemischtes Sextett von der Schlehe bis zur Haselnuss, wir nehmen auf urgemütlichem 60er-Jahre-Mobiliar Platz und fachsimpeln über die Beat-Scheiben, die der Ulrich Vinyl währenddessen gerade auf die Teller legt. Und weil das alles zusammen gar so schön ist, verzeihe ich dem Heiko schließlich sogar seine Herkunft aus Hilpoltstein!
Aber spätestens, wenn im Sommer der Garten für WM-Übertragungen einsatzbereit ist, werden wir uns sicher auch wieder dem Thema Fußball widmen. Da werd‘ ich den Heiko sauber Abgrätschen. Fast wie damals, aber wahrscheinlich mit einem Schnäpschen in der Hand.